Hygieneskandal - Prozess beginnt am Landgericht Zu wenig kontrolliert?

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wam
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Mannheim. Darf sich ein Krankenhausmanager darauf verlassen, dass seine Dienstanweisungen umgesetzt werden, oder muss er nach Bekanntwerden von Mängeln aktives Handeln zur Chefsache machen? Darum geht es in dem am Mannheimer Landgericht begonnenen Hygiene-Prozess, bei dem der 2014 zurückgetretene Klinikum-Geschäftsführer Alfred Dänzer auf der Anklagebank sitzt. Ihm werden in Zusammenhang mit dem Reinigen von OP-Instrumentarium Verstöße gegen das Medizinproduktegesetz zur Last gelegt. Der heute 72-Jährige argumentiert, dass bei einem Großkrankenhaus eine direkte Managerkontrolle nicht möglich sei. Angesichts des Vorwurfs, aufgrund schlecht geschulten Personals und nicht vorschriftsmäßig überwachter Geräte sei die Gesundheit „einer Vielzahl von Patienten gefährdet gewesen“, wies er darauf hin, dass es keine Auffälligkeiten bei Erhebungen über Wundstörungen nach Operationen gegeben habe – und damit auch keine Hinweise auf verkeimte Chirurgiebestecke. Bei dem Prozess sollen fünf Führungskräfte befragt werden, deren Verfahren gegen Strafbescheid beziehungsweise Bußgeld eingestellt worden sind.