Corona - Weiteren Impfstoff für Europa genehmigt / Gesundheitsminister wollen am Samstag über neue Reihenfolge beraten Virus-Mutationen breiten sich im Südwesten aus

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bjz/pre/stp
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Amsterdam/Rhein-Neckar. Zwischen Zuversicht und Sorge: Während in Europa bald ein weiterer Impfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt werden kann, sind jetzt die ersten, möglicherweise ansteckenderen Mutationen in der Rhein-Neckar-Region nachgewiesen worden.

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Der Rhein-Neckar-Kreis meldete am Freitag zwölf Fälle, von denen vier sehr wahrscheinlich der sogenannten Südafrika-Variante zuzuordnen seien. Bei acht weiteren Fällen stehe die Analyse noch aus. Entdeckt wurden die Mutanten durch das Labor der Uniklinik Heidelberg bei der Sequenzierung von zunächst 200 positiven PCR-Tests. Die betroffenen Personen, die aus verschiedenen Kreiskommunen und der Stadt Heidelberg kommen, müssen sich nun 14 statt zehn Tage in die Isolation begeben. Ihre Kontaktpersonen der ersten Kategorie müssen genauso lange in Quarantäne und am siebten Tag einen PCR-Test abgeben.

Auch der Kreis Bergstraße meldete am Freitag die Entdeckung einer Mutante. Sie steht im Zusammenhang mit einem Infektionsgeschehen rund um einen Kindergarten in Gorxheimertal. Um welche Virusvariante es sich handelt, werde noch untersucht. Das Land Rheinland Pfalz meldete am Abend acht positive Ergebnisse, die der Virus-Mutante aus Großbritannien zuzuordnen sind. Mit einer endgültigen Bestätigung rechnet das Gesundheitsministerium in der kommenden Woche. Erst dann will die Behörde laut ihrem Sprecher auch verraten, aus welchen Landkreisen die positiven Proben kommen.

Die EU-Kommission erteilte unterdessen dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca eine Zulassung, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. Die Brüsseler Behörde folgte damit einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Diese gilt für Personen ab 18 Jahren ohne Altersbeschränkung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission allerdings die Vergabe nur an Erwachsene unter 65.

Lehrer und Erzieher vorziehen?

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Daher könnten jetzt Lehrer und Erzieher wesentlich früher geimpft werden, als es bisher für die beiden Berufsgruppen vorgesehen ist. Am Samstag will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Kollegen aus den 16 Bundesländern beraten, wem der für Menschen über 65 Jahre nicht empfohlene Impfstoff zugutekommen soll. Aus Stuttgarter Regierungskreisen ist zu hören, dass Lehrer und Erzieher neben chronisch Kranken in der Prioritätengruppe hochgestuft werden könnten. Kultusministerin Susanne Eisenmann teilte mit, dass unabhängig davon die Lehrkräfte an den Sonderpädagogischen Zentren in der Impfstrategie in die Gruppe mit hoher Priorität aufgenommen werden. Im Südwesten läuft dort seit den Weihnachtsferien der Unterricht.

Im Impfzentrum Mannheim sind zwischen 2. Januar und Freitag, 16 Uhr, 14 705 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Die mobilen Impfteams haben laut Stadt seit dem 27. Dezember 7331 mal geimpft. bjz/pre/stp