RNV desinfiziert wegen Corona Busse und Bahnen

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Von Peter W. Ragge und Stephen Wolf
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Symbolbild. © Uwe Anspach/dpa

Mannheim. Nach den ersten bestätigren Corona-Fällen in der Rhein-Neckar-Region treffen die Behörden intensivere Vorkehrungen. Die Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) hat begonnen, ihre rund 370 Busse und Bahnen zusätzlich zur nächtlichen Reinigung auch jeweils speziell zu desinfizieren. „Immerhin werden die Fahrzeuge von einer halben Million Menschen am Tag genutzt, da wollen wir alle Vorbeugungen treffen, die möglich sind“, so RNV-Sprecherin Susann Becker. Oberflächen, Griffstangen, Knöpfe und Lehnen würden behandelt.

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In Mannheim tagt derzeit regelmäßig der Verwaltungsstab. Dort wurde auch überlegt,in  leerstehenden ehemaligen Kasernen Quarantäne-Räume einzurichten, wenn die Zahl der Betroffenen steigt. „Derzeit“, so die Stadt, bestünde aber kein Bedarf. Auch die Absage von Veranstaltungen, etwa des Maimarktes oder von Theateraufführungen, sei kein Thema.

Beim Karneval angesteckt

Wie die Landesregierung bat auch die Stadtverwaltung ihre Mitarbeiter, sofern sie in den zurückliegenden 14 Tagen in einem der Risikogebiete waren, nach Rücksprache mit ihren Vorgesetzten zunächst zu Hause zu bleiben. Am Wochenende hatte es in Mannheim drei bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Virus gegeben. Ein 68-Jähriger aus Mannheim habe Kontakt zu dem bestätigten Heidelberger Südtirol-Heimkehrer gehabt und befinde sich in häuslicher Isolation. Ein 24-Jähriger, der auch aus Mannheim gemeldet wurde, habe an Fastnachtsumzügen in Heinsberg (NRW) teilgenommen - und eine leichte Erkältung gehabt. Auch er befinde sich in häuslicher Isolation. Der dritte Mannheimer Infizierte ist ein 54-Jähriger Iran-Heimkehrer. Er habe Atemwegsprobleme, so das Stuttgarter Sozialministerium.

Einen Fall meldete auch das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße: Eine 42-jährige Frau aus dem südhessischen Lampertheim habe sich ebenfalls beim Karneval im nordrhein-westfälischen Heinsberg mit dem Virus infiziert. Sie zeige leichte Symptome und sei mit ihrer Familie in häuslicher Quarantäne.

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Bis zum Nachmittag waren beim Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 157 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst, mehr als die Hälfte davon allein in Nordrhein-Westfalen. Das Institut stufte die Risikoeinschätzung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland von „gering bis mäßig“ auf „mäßig“ hoch. Für die EU stufte die EU-Gesundheitsagentur ECDC das Risiko von „moderat“ auf „hoch“ herauf, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte.

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