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Weisenheim am Berg - Knapp zwei Jahre nach dem dramatischen Unfall mit drei Toten beginnt am 21. Juni die juristische Aufarbeitung

Prozessauftakt nach Raser-Unfall

Von 
Agnes Polewka
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Kreuze am Unfallort im Kreis Bad Dürkheim erinnern an die Opfer. © Bernhard Zinke

Weisenheim am Berg. Nach einem dramatischen Unfall mit drei Toten im September 2020 beginnt am 21. Juni der Prozess vor dem Frankenthaler Landgericht gegen einen 29-Jährigen aus Biblis. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens erhoben. Dem Mann drohen zwischen einem und zehn Jahren Haft.

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Ihm wird vorgeworfen, seinen Jaguar zwischen Weisenheim am Berg und Kirchheim (Kreis Bad Dürkheim) im Sportmodus auf etwa 150 Stundenkilometer beschleunigt zu haben. In einer schlecht einsehbaren Rechtskurve sei er nach links auf die Gegenfahrbahn gedriftet – mit rund 120 km/h. Dabei stieß er laut Staatsanwaltschaft frontal mit einem anderen Wagen zusammen, der zunächst noch ausweichen konnte. Bei dem Unfall starben drei Menschen: die 31-jährige Fahrerin, ihr 15 Monate alter Sohn und die 27-jährige Beifahrerin. Die vier Wochen alte Tochter der Fahrerin überlebte schwer verletzt. Nach Angaben des Frankenthaler Landgerichts blieben der Angeklagte, der nicht vorbestraft ist, sowie sein Beifahrer „annähernd unverletzt“.

Steffen Kirchner, der Partner der Fahrerin und Vater des verstorbenen Jungen, tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Der Angeklagte hat sich bislang nicht zur Tat geäußert und auch keinen Kontakt zu den Hinterbliebenen aufgenommen.

„Ich könnte ihm ohnehin nur verzeihen, wenn er mir die Drei zurückbringt – und das ist leider unmöglich“, sagte Kirchner. Im Gespräch mit dieser Redaktion erinnerte sich der 35-Jährige an den Tag des Unfalls, der sein Leben für immer verändert hat.

Wegen des großen öffentlichen Interesses prüft das Frankenthaler Landgericht aktuell, ob die Zahl der Zuschauerplätze während des Prozesses erhöht wird. Derzeit gibt es Pandemie-bedingt 34 Zuschauerplätze im Sitzungssaal, von denen mindestens zehn für die Presse reserviert sind. Insgesamt sind vier Prozesstage angesetzt.

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