Coronavirus - Neue Regeln gelten seit gestern in Hessens Schulen / Am Montag wurden vier Neuinfektionen im Kreis gemeldet Neustart in den Schulen mit Wechselunterricht und Masken

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red/dpa
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Während Gruppe A der Klasse 3a in der Felsenmeerschule in Reichenbach ist, arbeitet der Rest der Klasse von zu Hause aus. Am nächsten Tag wird gewechselt. © Dietmar Funck

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Für die hessischen Schüler der Klassen eins bis sechs ist am Montag nach dem langen Corona-Lockdown wieder der Alltag in der Schule gestartet. Allerdings können nicht alle Kinder gleich wieder im Klassenzimmer sitzen. Durch das Modell des Wechselunterrichts werden die Schulklassen aufgeteilt: Eine Hälfte wird in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte lernt zu Hause. Die Gruppen können tage- oder wochenweise tauschen. Welches Modell des Wechselunterrichts praktiziert wird, entscheiden die Schulen in Eigenregie.

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So zum Beispiel auch in der Felsenmeerschule in Reichenbach: Dort werden die Klassen jeweils in Gruppe A und B aufgeteilt. Wenn Gruppe A in der Schule ist, bearbeitet Gruppe B Aufgaben von zu Hause aus. Am nächsten Tag wird dann gewechselt. Mit dieser Lösung sind in der Reichenbacher Grundschule immer nur etwa zehn Schüler auf einmal im Klassenraum. So sollen Kontakte reduziert und Corona-Abstände besser eingehalten werden.

Für insgesamt über 359 000 Schüler der Klassen eins bis sechs ist die Rückkehr in den Unterricht in der Schule möglich. Ab Klasse sieben gilt in Hessen mit Ausnahme der Abschlussklassen Distanzunterricht. Zum Schutz vor einer Coronainfektion gilt ab der ersten Klasse eine grundsätzliche Maskenpflicht in Hessens Schulen. Die kleinen Kinder müssen aber nicht zwingend eine medizinische Maske tragen. Zu dem Paket an Hygienemaßnahmen gehört auch das regelmäßige Lüften.

Laut Deutscher Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 32 Betten belegt – davon vier mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; zwei von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

Inzidenz im Kreis sinkt leicht

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Für den Kreis Bergstraße wurden gestern keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das Landratsamt registrierte vier Neuinfektionen und damit erneut eine niedrige Zahl im Vergleich zu den Vorwochen. Allerdings steigt die Zahl der Infizierten mit der der britischen Virusmutation B.1.1.7. Davon wurden 17 weitere Fälle bekannt. Insgesamt sind nach Kreisangaben jetzt 130 Fälle registriert.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen letzten sieben Tage beträgt 193, die Inzidenz (der Wert bezogen auf 100 000 Einwohner) 71,19. Sie wird heute weiter leicht sinken auf 68,97, weil am Montag der Vorwoche mehr Neuinfektionen (10) gemeldet worden waren.

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In Hessen sind binnen eines Tages 196 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (Stand 0.00 Uhr) hervorgeht. Außerdem erhöhte sich die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, um acht Fälle. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz sank nur geringfügig auf 59,7, am Sonntag hatte er bei 60 gelegen.

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Das medizinische Personal in Hessen soll als nächste Gruppe eine Corona-Schutzimpfung erhalten. In Absprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Landesärztekammer werde Ärzten sowie medizinischem Personal die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca impfen zu lassen, teilten Innenminister Peter Beuth (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Montag in Wiesbaden mit.

Als Termine in den 28 Impfzentren des Landes sind den Angaben zufolge das letzte Februarwochenende (27./28.2.) sowie der 6./7. März vorgesehen. Dabei handele es sich um bis zu 80 000 Menschen, die von diesem Angebot Gebrauch machen könnten. Das sei das medizinische Personal, das ein hohes oder erhöhtes Expositionsrisiko bezüglich des Coronavirus habe, erklärte Beuth.

Die Terminkoordinierung und die -organisation soll ausschließlich durch die Gebietskörperschaften erfolgen. Die Arztpraxen würden von den Impfzentren informiert. Die berechtigten Menschen könnten sich dann direkt in den 28 Impfzentren ihre Schutzimpfung geben lassen, teilten die Minister mit. red/dpa