Pandemie - Stadt Mannheim, Rhein-Neckar-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis einigen sich auf gemeinsame Beschränkungen Neue Ausgangssperre verhängt

Von 
Bernhard Zinke und Steffen Mack
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Die Region setzt in der Nacht weiter auf strenge Regeln und verhängt eine eigene Ausgangssperre. © Picture Alliance

Rhein-Neckar. Die Stadt Mannheim, der Rhein-Neckar-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis haben am Donnerstagabend erneut eine nächtliche Ausgangssperre erlassen. In diesen Kommunen dürfen Menschen zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens nur etwa aus beruflichen und medizinischen Gründen sowie zur Versorgung von Tieren aus dem Haus. Die Ausnahmeregelungen entsprechen im Wesentlichen der landesweiten nächtlichen Ausgangssperre ab 20 Uhr, die der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof ab Donnerstag für ungültig erklärt hatte.

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Statt der landesweiten Sperre soll nach dem Willen der Landesregierung das nächtliche Verlassen des Hauses nun noch in Kommunen verboten sein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz (Summe der Neuinfektionen in einer Woche umgerechnet auf 100 000 Einwohner) über 50 liegt, ein „diffuses Infektionsgeschehen“ herrscht und die Eindämmung der Pandemie ohne die Ausgangssperre „erheblich beeinträchtigt“ wäre. Diese ist in Heidelberg bei einer Inzidenz von 28,5 aufgehoben.

Unterbrechung in einer Nacht

Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz und die Landräte Stefan Dallinger (Rhein-Neckar) und Achim Brötel (Neckar-Odenwald) begründeten ihr gemeinsames Vorgehen mit dem Wunsch nach Einheitlichkeit in der Region.

Da der entsprechende Erlass des Sozialministeriums die Kommunen erst in der Nacht auf Donnerstag erreicht hatte und ihre Allgemeinverfügungen aus juristischen Gründen erst am nächsten Tag in Kraft treten können, galt am Donnerstagabend die Ausgangssperre zwischenzeitlich formal nicht mehr.

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Nächtliche Ausgangsbeschränkungen sollen nach dem Willen der Landesregierung möglichst ohne Unterbrechung weitergehen – zumindest in Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Bevor sie in Kraft treten können, müssen die betroffenen Kommunen jedoch eine Allgemeinverfügung erlassen. Das Gesundheitsministerium hatte Städte und Kreise mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen verpflichtet, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr zu erlassen. Ein entsprechender Erlass ging am späten Mittwochabend an die Kommunen.

Im Kreis Bergstraße schnellen derweil die Infektionszahlen nach oben, die durch die britische Mutanten B.1.1.7. verursacht worden sind. Am Donnerstag kletterte die Zahl laut Kreisverwaltung auf 48. Gesundheitsdezernentin Diana Stolz bestätigte einen zweiten Todesfall im Zusammenhang mit der Mutation. Fast alle Fälle ließen sich auf zwei Ansteckungsherde in Kindertagesstätten in Gorxheimertal und Lampertheim zurückführen. Insgesamt hätten sich dort 59 Menschen infiziert, aber nicht bei allen liege ein Sequenzierungsergebnis vor. Was die Fachleute besorgt, ist der Umstand, dass das Durchschnittsalter der Infizierten aktuell sinkt und auch viele Kinder betroffen seien.

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Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region

Redaktion Steffen Mack schreibt als Reporter über Mannheimer Themen

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