Corona-Epidemie - Lehrer- und Elternverbände blicken skeptisch auf die Wiederaufnahme des Unterrichts am Montag / Vier neue Infektionsfälle im Kreis Bergstraße Land soll Checkliste für Schulen vorlegen

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dpa/tm
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Wiesbaden/Bergstraße. Trotz der teils gelockerten Regeln im Einzelhandel hat die Corona-Pandemie Hessen fest im Griff. Am Montag soll die Maskenpflicht für den Nahverkehr und Geschäfte kommen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) begründete die Maskenpflicht unter anderem mit dem Neustart in den Schulen. „Es war notwendig, das landeseinheitlich zu regeln.“, sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur.

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Ein Großteil der Schüler werde mit Bussen zum Unterricht kommen, erklärte Bouffier. „Und in Bussen ist es klassischerweise so, dass das Abstandhalten etwas schwierig ist. Gerade da ist eine Maske ein Teil eines Schutzkonzeptes“, betonte er. Es wäre ja „Unsinn“, in Wiesbaden in die S-Bahn zu steigen ohne Schutzmaske und in Frankfurt müsse dann eine Maske getragen werden.

Mit Blick auf die Schulöffnungen fordert die SPD-Landtagsfraktion einen Hygieneplan vom Kultusministerium. Die Schulen bräuchten eine Vorgabe, an der sie sich orientieren könnten. „Da, wo keine angemessenen sanitären und hygienischen Bedingungen herrschen, müssen die Schulen zunächst geschlossen bleiben“, erklärte der bildungspolitische Sprecher Christoph Degen.

Auch Vertreter der Eltern und der Lehrer forderten mehr und konkrete Informationen vom Ministerium. Es gebe noch keine Checkliste, kritisierte der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirates, Korhan Ekinci. Der stellvertretende Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Tony Schwarz, sagte, an vielen Schulen könnten die Hygienevorgaben nicht erfüllt werden – etwa weil es kein warmes Wasser gebe. Es seien auch schon Schüler gebeten worden, selbst Seife mitzubringen.

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Nach Angaben des Sozialministeriums haben sich in Hessen bis gestern Nachmittag 7446 Menschen angesteckt. Das sind 141 mehr als noch am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 18 auf 275.

Zahl der Neuinfektionen sinkt

Im Kreis Bergstraße gibt es vier neue Corona-Infektionsfälle. Sie wurden aus Bensheim, Heppenheim, Lampertheim und Viernheim gemeldet, wie das Landratsamt mitteilte. Insgesamt seien damit 295 Fälle bekannt. 204 Personen aus dem Kreis seien mittlerweile genesen. Zudem habe es zwei Todesfälle gegeben. Zehn Patienten würden in den Krankenhäusern stationär behandelt, hieß es weiter.

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In Deutschland sind bis Mittwochnachmittag mehr als 146 800 Infektionen registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 144 300 Infektionen). Mindestens 4969 Infizierte sind gestorben (Vortag: 4675). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben rund 99 400 Menschen die Infektion überstanden.

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Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen lag laut RKI in den vergangenen Tagen bei rund 2000. Anfang des Monats waren es noch etwa doppelt so viele. Die Reproduktionszahl lag am Dienstag bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Fast die Hälfte der Unternehmen in der hessischen Metall- und Elektroindustrie hat nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Kurzarbeit eingeführt. Wie Hessenmetall mitteilte, nutzen 46,6 Prozent der Firmen diese Möglichkeit. Anfang April waren den Berechnungen zufolge etwa 64 000 von insgesamt 210 000 Beschäftigten der Branche in Kurzarbeit. In den nächsten drei Wochen planen Hessenmetall zufolge weitere 24,7 Prozent der Unternehmen, Kurzarbeit anzumelden. dpa/tm