Pandemie - Verschärfung des Lockdowns möglich / Impfstofflieferungen reduziert / Ab Sonntag neue Termine für Maimarkthalle Krisentreffen schon am Dienstag

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Berlin/Mannheim. Aus Sorge wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. Bereits am Dienstag ist dazu nun eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte.

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Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Beratung erst für den 25. Januar vorgesehen. Auch angesichts einer neuen, wohl ansteckenderen Virus-Variante mehren sich nun aber Forderungen nach zusätzlichen Maßnahmen – ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis 31. Januar vorgesehen. Regierungssprecher Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch, und verwies zudem auf eine Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremen Anstieg der Fälle geführt habe. Zu konkreten möglichen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen äußerte sich der Sprecher nicht.

Pfizer baut Werk um

Die Mehrheit der Deutschen sieht nach einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen keinen Änderungsbedarf bei den Corona-Maßnahmen. Kurz nach Inkrafttreten des verschärften Lockdowns zu Wochenbeginn bezeichnen 51 Prozent die derzeitigen Kontaktbeschränkungen als „gerade richtig“. Im Dezember waren es nur 35 Prozent. Dementsprechend ist auch der Anteil der Befragten, die einen härteren Lockdown wollen, von 49 auf 28 Prozent gefallen.

Unterdessen wurde am Freitag bekannt, dass der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech und sein Partner Pfizer diesen Monat nicht die bereits zugesagten Chargen an Corona-Impfstoff liefern können. Wie groß die Mengen sind, die nicht zur Verfügung stehen, blieb für Deutschland zunächst unklar.

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Grund für die Lieferprobleme sind Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs, aus dem alle Länder der Welt, außer den USA, beliefert werden. Dort werden die Produktionskapazitäten erhöht. „Ab der Woche vom 25. Januar werden wir wieder zum ursprünglichen Zeitplan für die Lieferungen in die Europäische Union zurückkehren und die Auslieferungen ab der Woche vom 15. Februar erhöhen, so dass wir in der Lage sein werden, die volle zugesagte Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal und deutlich mehr im zweiten Quartal zu liefern“, teilten Biontech und Pfizer am Freitagabend mit.

In Mannheim sind bis Freitag insgesamt 10 188 Menschen in der Maimarkthalle sowie von mobilen Teams in Senioreneinrichtungen gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Stadt kündigte an, am Sonntag würden um 17 Uhr unter www.impfterminservice.de und der Hotline 116 117 weitere Termine freigeschaltet. dpa/was/sma