Studie - Zu wenige Familien können sich aus beengten sozialen Verhältnissen befreien

"Kinderarmut in Deutschland ein Dauerzustand"

Lesedauer: 

Ein zehnjähriges Mädchen steht in einem Hinterhof in Hamburg.

© dpa

Gütersloh/Mannheim. Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland lebt laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung länger als fünf Jahre in armen Verhältnissen. Für zusätzlich zehn Prozent der Kinder in der Bundesrepublik ist Armut nach der Untersuchung, die gestern vorgestellt wurde, zumindest ein zwischenzeitliches Phänomen. "Kinderarmut ist in Deutschland ein Dauerzustand. Wer einmal arm ist, bleibt lange arm. Zu wenige Familien können sich aus Armut befreien", sagt Stiftungsvorstand Jörg Dräger zum Ergebnis.

Als armutsgefährdet gelten Kinder, die in einem Haushalt leben, der über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens verfügen kann oder vom Staat eine Grundsicherung erhält.

Armut schließe Kinder von gesellschaftlicher Teilhabe aus, sagt Ruth Würfel, Jugendreferentin bei der evangelischen Kirche in Mannheim. Häufig könnten die betroffenen Jungen und Mädchen zum Beispiel keinen Hobbys nachgehen. Das führe dazu, dass die Kinder nicht richtig gefördert würden und ihre Fähigkeiten nicht richtig ausbilden könnten. (dpa/imo)

Mehr zum Thema

Kommentar Einfach dumm

Veröffentlicht
Kommentar von
Wolfgang Mulke
Mehr erfahren

Kinderarmut in Mannheim Kaum Geld übrig für Hobbys

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Studie Mehr als jedes fünfte Kind lebt in Armut

Veröffentlicht
Mehr erfahren