Kommunen - Bund will Produzenten von Wegwerf-Produkten an Kosten beteiligen / Auch Mannheim bekämpft Abfall Kampf gegen Wegwerf-Müll: Produzenten sollen zahlen

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Jessica Blödorn
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Weggeworfene Getränkebecher sind auch auf den Straßen rund um den Mannheimer Wasserturm regelmäßig ein Ärgernis. © Blüthner

Müll in Mannheim Pappbecher und Tüten prägen das Bild vor dem Wasserturm

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Berlin/Mannheim. Der Park ist voller Zigarettenkippen und Mülleimer quellen über vor Kaffeebechern - was im Alltag nervt, soll die Hersteller von Wegwerfartikeln Geld kosten. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will sie verpflichten, die Kosten fürs Ein- und Aufsammeln von Müll im öffentlichen Raum mitzutragen, die bisher an den Städten und Gemeinden hängenbleiben. Spätestens 2021 sollten die Gesetze stehen, kündigte sie am Montag in Berlin an.

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Ziel sei, die Kommunen finanziell zu entlasten - und ein Umdenken in der Gesellschaft, sagte Schulze: „Unachtsames Wegwerfen an öffentlichen Orten, das greift wieder mehr um sich.“ Die Kosten müssten bisher die Kommunen und damit alle Bürger tragen. Nun solle es einen finanziellen Anreiz für die Hersteller geben, auf Mehrweg- statt auf Wegwerf-Artikel zu setzen.

Besonders die großen Städte in der Rhein-Neckar-Region klagen über viel Müll auf den Straßen und Plätzen. Sie begrüßen daher die Initiative von Schulze: In Mannheim sorgt vor allem der Verpackungsmüll von Schnellrestaurant-Ketten für Ärger. Vom Plankenkopf bis zur Wasserturm-Anlage sei die Fußgängerzone „vollgemüllt“, beschreibt die Stadträtin Isabel Cademartori (SPD) die Zustände. Sie fordert die Ketten dazu auf, Verpackungsmüll zu reduzieren. Laut der Stadt seien Einwegbecher nach wie vor sehr beliebt, so dass das Abfallvolumen weiter wachse, konkrete Zahlen konnte die Verwaltung nicht nennen.

In Heidelberg arbeiten die vier McDonald’s-Filialen bereits mit der Stadt zusammen: Dort gibt es den Kaffee im Mehrwegbecher. Dennoch kommen bei 2397 Mülleimern im Stadtgebiet jährlich etwa 650 Tonnen Papierkorbabfall in Heidelberg zusammen. Die Straßen gaben 2018 sogar 835 Tonnen Müll her. „Es gelingt uns, die Stadt einigermaßen sauber zu halten“, sagt Rolf Friedel, Leiter der Abfallwirtschaft in Heidelberg. Doch diese Sauberkeit hat ihren Preis: 4,8 Millionen Euro kostet die Stadtreinigung im Jahr. Der größte Teil wird aus Steuergeldern finanziert - etwa 3,8 Millionen Euro. Daher würde sich eine finanzielle Beteiligung der Hersteller in Heidelberg rechnen. „Für vier Millionen Euro könnte man Schöneres für die Stadt leisten als Papierkörbe zu leeren.“

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Die städtischen Müllentsorger seien 365 Tage im Jahr im Einsatz, sagte der Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. Bis zu zwei Drittel des Inhalts der Mülleimer bestünden aus Einwegverpackungen. (mit dpa)

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dpa/lsw/soge
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