Pandemie - Am Wochenende 26 neue Fälle im Kreis / Kritik an den Einreiseregelungen des Bundes Inzidenz im Kreis fällt auf einen Wert von 55

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seg/see/dpa
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Bei einem Corona-Test in Bürstadt ist eine Mutation nachgewiesen worden. © Sebastian Gollnow (dpa)

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Insgesamt 26 neue Corona-Infektionsfälle meldete das Landratsamt in Heppenheim gestern Abend für das Wochenende. Am Samstag wurde ein Dutzend Fälle registriert, gestern folgten weitere 14. Das sind allerdings weniger als vor Wochenfrist, was zu einem weiter fallenden Inzidenz-Wert führt. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt bei 149. Damit erreicht die Inzidenz nun einen Wert von 54,96.

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Insgesamt sind mittlerweile 6979 Infektionsfälle im Kreisgebiet bekannt geworden. Die neuen Infektionen vom Wochenende wurden in Bensheim (4) und Einhausen (1) sowie in Biblis (1), Bürstadt (4), Gorxheimertal (4), Groß–Rohrheim (1), Lampertheim (2), Mörlenbach (2), Rimbach (2) Viernheim (2) und Wald-Michelbach (3) festgestellt.

Elf weitere Fälle der britischen Virusmutation B.1.1.7 wurden bestätigt, erstmals betroffen ist ein Kindergarten in Rimbach. Damit gibt es inzwischen 70 Fälle dieser Virusmutation im Kreis. Außerdem war am Freitag bei einem Patienten die südafrikanische Virusmutation B.1.351 festgestellt worden.

Derzeit befinden sich 42 Patienten mit einer bestätigten Corona-Infektion in den Krankenhäusern im Kreis, bei drei weiteren Patienten liegt ein Verdacht vor.

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Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 43 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 31 Betten belegt – davon acht mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; einer von ihnen muss invasiv beatmet werden.

394 weitere Coronavirus-Infektionen sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gestern in Hessen registriert worden. Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 180 444 (Stand: 0 Uhr). 5448 Todesfälle in Hessen werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, das sind 14 mehr als am Vortag.

Ausnahme für Pendler

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Unterdessen sind wenige Stunden nach Inkrafttreten die schärferen Einreiseregelungen an den Grenzen zu Tschechien und Österreich am Sonntag bereits gelockert worden. Berufspendler mit wichtigen Aufgaben in systemrelevanten Branchen dürften nun doch nach Deutschland einreisen, teilte das Bundesinnenministerium mit. „Wir gehen pragmatisch vor, wo immer das möglich ist“, betonte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

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Die Autoindustrie befürchtet, dass am Montag einige Werke stillstehen könnten. „Die Werke in Ingolstadt, Regensburg, Dingolfing, Zwickau und Leipzig sind als erste betroffen“, teilte ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am Sonntag in Berlin mit. Beim Volkswagen-Konzern hieß es dagegen am Sonntag, es gebe noch keine Engpässe wegen fehlender Teile aus dem Lkw-Grenzverkehr, auch nicht im VW-Werk Sachsen und im Porsche-Werk Leipzig. Auch bei Daimler hieß es am Sonntag, es würden keine Beeinträchtigungen erwartet, von Werksschließungen könne keine Rede sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Österreich. „Wir müssen unseren Landkreisen in der Grenzregion die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen“, sagte Spahn der „Süddeutschen Zeitung“. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hofft unterdessen, dass Corona-Schnelltests für zu Hause noch im März dieses Jahres eine Zulassung erhalten könnten.

Nach Einschätzung des RKI werden sich mutierte Viren auch in Deutschland nach und nach ausbreiten, man versuche, dies aber zu verlangsamen. Seit wenigen Wochen sinken die Infektionszahlen hierzulande. So ging der Wert der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) laut RKI bis Sonntag bundesweit auf rund 57 zurück. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg lag die Inzidenz unter 50. Zwischen verschiedenen Landkreisen gibt es jedoch noch immer drastische Unterschiede. seg/see/dpa