Corona - Bisher 104 000 Menschen in Hessen erstversorgt, 18 000 davon in den Impfzentren / 59 neue bestätigte Fälle im Kreis Bergstraße Impftermine wieder ab Februar

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dpa/red
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Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. In Hessen haben mittlerweile mehr als 104 000 Menschen eine Corona-Erstimpfung erhalten, darunter bis Montag rund 18 000 Menschen in den sechs regionalen Impfzentren. 30 000 Menschen sind bereits mit der wichtigen Zweitimpfung versorgt worden. Für die sechs regionalen Impfzenten waren zunächst rund 60 000 Termine für die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen vergeben worden. Nahezu alle gebuchten Termine seien von den Senioren auch eingehalten worden, teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag mit.

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Am 9. Februar werden die restlichen 22 Impfzentren in Hessen – darunter das in Bensheim – öffnen, so dass dann alle 28 Impfzentren im Land aktiviert sind. Anfang Februar werde es wieder möglich sein, neue Impftermine für die Bevölkerung im Alter von über 80 Jahren zu buchen. Rund 170 000 zusätzliche Registrierungen von Impfwilligen seien bislang erfasst worden. Es gebe aber nach wie vor zu wenig Impfstoff, um rasch möglichst viele Menschen vor dem Coronavirus zu schützen.

Hessen hat über den Bund bislang rund 240 000 Impfdosen vom Hersteller Biontech und 4800 Dosen vom Hersteller Moderna erhalten. Der Impfstoff von Moderna diene derzeit als Reserve und um ausgefallene oder reduzierte Lieferungen zu kompensieren. Er werde im Logistikzentrum des Landes sicher verwahrt. Hessen halbiert jede Lieferung, um die wichtige Zweitimpfung garantieren zu können. Der Bund habe das Land aber bereits informiert, dass die Lieferungen der kommenden Wochen niedriger ausfallen werden, als ursprünglich geplant.

Der Kreis Bergstraße musste am Dienstagabend vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus melden, darunter eine 81-jährige Person aus Lindenfels. Es wurden 59 neue bestätigte Corona-Fälle registriert, u. a. in Bensheim (12), Einhausen (1), Heppenheim (6), Lautertal (1), Lindenfels (4) und Lorsch (2). An Einrichtungen aktuell besonders betroffen sind u. a. die Heinrich-Metzendorf-Schule in Bensheim und eine Pflegeeinrichtung in Heppenheim. Der offizielle Inzidenzwert für den Kreis wurde am Dienstag mit 133,89 angegeben.

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Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken derzeit 34 Betten belegt – davon sechs mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; zwei von ihnen müssen invasiv beatmet werden. Für ganz Hessen wurden am Dienstag 233 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie auch eine kritische Bilanz gezogen. Es seien in Deutschland Schwachstellen und Stärken sichtbar geworden, sagte sie am Dienstag. In Deutschland habe man sehr auf den Gemeinsinn, den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern sowie auf solide Finanzen bauen können. Kritisch äußerte sie sich zur Geschwindigkeit von Prozessen in Deutschland. Prozesse seien oft sehr bürokratisch geworden und dauerten lange: „Wo wir nicht gut aussahen, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft.“ Merkel nannte als Beispiele die mangelnde Vernetzung der Gesundheitsämter, der Verwaltung und des Bildungssystems.

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Laut „Bild“-Bericht kritisierte Merkel in einer internen Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union aus Bund und Ländern das Management in der Corona-Krise noch deutlicher. „Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren“, soll sie Teilnehmern zufolge am Sonntag gesagt haben. Auch die Auslandsreisen vieler Deutscher habe sie kritisiert, berichtete das Blatt. Man müsse „den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“, so Merkel laut dem Bericht. dpa/red