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Pandemie - Niemand weiß derzeit, wie groß die Omikron-Welle schon ist / Neue Variante in der Region angekommen

Große Sorge um Ungeimpfte

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jei/dpa/ZRB
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Berlin/Mannheim/Rhein-Neckar. Bundesregierung und führende Virologen blicken mit vorsichtigem Optimismus, aber akuter Sorge um die Millionen Ungeimpften auf die wachsende Omikron-Welle in Deutschland. Studien zeigten, dass sich Omikron schneller verbreite, aber auch etwas weniger schwere Fälle verursache, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) der „Bild am Sonntag“. „Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte.“ Knapp 13 Prozent der mehr als 24 Millionen Menschen ab 60 sind nicht geimpft. Insgesamt gibt es mehr als 20 Millionen Ungeimpften in Deutschland.

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Die Corona-Inzidenz stieg am Sonntag den vierten Tag in Folge. Der Wert lag bei 222,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche. Mit 77 neuen Coronafällen stieg die Inzidenz in Mannheim am Sonntag auf 235,1. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Landesgesundheitsamts (LGA) hervor, die Stadt selbst veröffentlicht am Wochenende keine Zahlen.

In den meisten Kommunen der Region sind die Corona-Fallzahlen über den Jahreswechsel gesunken oder zumindest stabil geblieben. Für Ludwigshafen meldete das Landesuntersuchungsamt (LUA) am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 148,4 und damit einen klaren Abwärtstrend. Das baden-württembergische Landesgesundheitsamt (LGA) gab für den Rhein-Neckar-Kreis einen Wert von 168,7 an (Donnerstag: 168,9). In Heidelberg stieg die Inzidenz laut LGA auf 223,0.

Omikron ist längst in der Region angekommen. So gibt es im Rhein-Pfalz-Kreis und im Kreis Südliche Weinstraße bereits Nachweise der neuen Virusvariante. In Ludwigshafen (14) und Speyer (18) sind einige Verdachtsfälle bekannt, eine Bestätigung steht dort jedoch noch aus. An den Feiertagen wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) viele Fälle nicht erfasst. Derzeit ist deshalb unklar, wie hoch die Omikron-Welle in Deutschland bereits ist.

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Masken in den Schulen

Lauterbach ist nach eigenen Worten „sehr, sehr in Sorge“ um die Ungeimpften. Er appellierte noch einmal an die Menschen, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Viele Ungeimpfte haben das Gefühl, dass der Zug für sie eh abgefahren sei. Das stimmt nicht!“ Die erste Impfung senke das Sterberisiko bereits nach 14 Tagen drastisch. „Mit der Steigerung der Erstimpfungen können wir in der Omikron-Welle die Zahl der Toten wirksam senken“, sagte er.

Der Minister rief erneut zum Tragen von Masken auf. „Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser.“ In den Schulen sei konsequentes Tragen der Masken sogar „ein absolutes Muss für alle Klassen“.

Wegen der befürchteten explosionsartigen Ausbreitung von Omikron warnen Expertinnen und Experten weiter vor einer Überlastung der Kliniken, obwohl die Variante seltener krank macht. Vor dem Hintergrund der Sorge vor einem schlagartigen Personalausfall in Kliniken und anderen Versorgungsbereichen sprach sich der Präsident des Deutschen Landkreistags für eine kürzere Corona-Quarantäne aus. „Eine Verkürzung der Quarantäne kann sich als sinnvoll erweisen“, sagte Landrat Reinhard Sager dieser Redaktion.

Es gibt auch hoffnungsvolle Anzeichen. Omikron kann Experten zufolge in eine endemische Situation führen. Das heißt, dass das Virus weiter zirkulieren würde, ähnliche der Grippe – und keine Überlastung des Gesundheitswesens mehr droht. jei/dpa/ZRB

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