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Grenzen der Globalisierung

Von 
Valerie Gerards
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Dass ganz alltägliche Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol in Deutschland nicht mehr zu bekommen sind, ist eine reichlich skurrile Vorstellung. Skurril, aber real. Die Knappheit an Arzneimitteln reiht sich in eine lange Schlange an knappen Gütern und Waren ein, die in dieser Form vor wenigen Monaten noch unvorstellbar erschien. Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukrainekriegs verdeutlichen: Da ist etwas gehörig schief gelaufen in den vergangenen Jahren.

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Haben wir die Globalisierung viel zu lange falsch verstanden? War es sinnvoll, aus Kostengründen über Jahrzehnte so viele Produktionsstätten aus Deutschland in die weite Welt zu verlagern? Dorthin, wo die Arbeitsbedingungen zumeist schlecht, die Löhne aber niedrig sind? Jetzt zeigt sich deutlich, dass unsere „Geiz ist geil“-Mentalität sehr schnell umschlagen kann. Waren es zunächst fehlende Masken im Zuge der Corona-Pandemie, die für Schlagzeilen sorgten, dann das Abreißen der globalen Lieferketten und unzählige ungelöschte Frachter vor den großen Häfen, das Fehlen von Halbleitern und Kabelbäumen mit der Folge von Kurzarbeit bei den Automobilkonzernen und ihren Zulieferern sowie die Gasknappheit, schlagen nun die Apotheken Alarm. Geht nun auch bei der Gesundheit das große Zittern los, dass lebenswichtige Medikamente, etwa Insulin für Diabetiker, rationiert werden müssen? Was ist mit Medikamenten für Krebspatienten? Droht uns eine Triage via Apotheke?

So weit ist es glücklicherweise noch nicht, und so weit wird es hoffentlich auch nicht kommen. Aber die Sorgenfalten werden tiefer. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politik mit Entschlossenheit gegensteuert und es für Unternehmen wieder attraktiver wird, in Deutschland und der EU zu produzieren. Nur so werden wir wieder unabhängiger von den Disruptionen auf der Erde, die sicherlich noch länger andauern werden. Das oberste Ziel muss es sein, die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Den vielen Sonntagsreden müssen auch Taten folgen.

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