Corona Erst der Anfang

Bertram Bähr zu den Schnelltests in Schulen und Kitas

Von 
Bertram Bähr
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Ein Rachenabstrich ist nicht nötig. Der Tupfer holt etwas Sekret aus dem vorderen Nasenbereich, und nach 15 Minuten gibt der Testkit das Ergebnis preis: Verdacht auf eine Corona-Infektion – oder eben nicht: Der Umgang mit Selbsttests ist kein Hexenwerk. Den Beweis antreten werden ab Montag Lehrkräfte und das Betreuungspersonal an Kitas. Denn sie dürfen sich nach den baden-württembergischen Fasnachtsferien anlass- und kostenlos zwei Mal pro Woche selbst testen. Dass sie in Mannheim dafür nicht extra zu Arzt oder Apotheker gehen – sondern in ihrer jeweiligen Einrichtung aktiv werden können –, haben sie der Stadtverwaltung zu verdanken. Sie schult jetzt pro Einrichtung zwei bis drei Personen, die ihr Wissen dann weitergeben. Dieser Ansatz ist genau richtig – denn er schafft eine sehr einfache Möglichkeit, tätig zu werden.

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Allerdings sind die Antigen-Schnelltests umstritten. Der Hauptvorwurf lautet: Sie liegen zu oft daneben. Tatsächlich belegen Studien, dass die Schnelltests 10 bis 20 Prozent der Covid-19-Infektionen nicht entdecken. Das gilt vor allem dann, wenn die Viruslast im Nasen- und Rachenraum noch vergleichsweise niedrig ist. Als Argument gegen die Schnelltests taugt das aber nicht. Denn mit ihnen untersuchen sich in Schulen und Kitas ganz überwiegend Personen, die keinerlei Krankheitssymptome haben – eben „anlasslos“. Selbst wenn nur acht von zehn Tests zuverlässig sind, lassen sich Infektionen aufspüren, nach denen sonst überhaupt niemand gesucht hätte. Dadurch und durch die anschließende Isolierung verbreitet sich das Virus langsamer.

Wer den Test nutzt, darf sich dennoch nicht einem Trugschluss hingeben. Negativ bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich keine Infektion vorliegt. Der Test ist eine Momentaufnahme, deshalb soll er ja auch zwei Mal pro Woche vorgenommen werden. Nach wie vor müssen die AHA-Regeln strikt eingehalten werden. Wird das alles berücksichtigt, können Schnelltests zum Segen werden. Schulen und Kitas sind da erst der Anfang.

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