Corona-Pandemie - In der Bergsträßer Einrichtung sollen ab dem 9. Februar regelmäßig Injektionen verabreicht werden / Termine werden ab der Woche davor vergeben Das Impfzentrum in Bensheim kann mit rund 750 Dosen pro Woche starten

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kbw/red/dpa
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Das Bergsträßer Impfzentrum startet am 9. Februar mit im Schnitt 750 Impfungen pro Woche. © Funck

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Der 9. Februar ist als Datum für den Start des Bergsträßer Corona-Impfzentrums bestätigt: Wie Landrat Christian Engelhardt in der jüngsten Video-Pressekonferenz der Kreisverwaltung mitteilte, ist der Einsatzbefehl vom Land Hessen eingetroffen, die Einrichtung am Berliner Ring 89 in Bensheim an diesem Tag zu öffnen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Landesregierung das Ziel ausgegeben, die 22 hessischen Kreis-Impfzentren an diesem Tag zu öffnen.

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Bisher finden Corona-Impfungen in Hessen entweder in Pflegeheimen oder aber in den regionalen Impfzentren statt, für den Kreis Bergstraße ist jenes in Darmstadt zuständig. Das soll sich übernächste Woche ändern. Es werde jedoch wegen der Knappheit des Impfstoffs ein Start mit „angezogener Handbremse“, kündigte Engelhardt an. Zwar seien bereits ab dem 3. Februar Anmeldungen für Besuche in den ortsnahen Impfzentren möglich. Es dürfe jedoch niemand erwarten, sofort einen Termin zu bekommen.

Im Schnitt stünden zu Beginn 750 Impfdosen pro Woche zur Verfügung, wobei noch nicht klar sei, wie viele es in den einzelnen Wochen sein werden. Oben drauf kämen noch weitere Impfdosen für Mitarbeiter in bestimmten Krankenhausbereichen.

Am Donnerstagabend vermeldete die Kreisverwaltung 52 neue Corona-Infektionsfälle – davon 18 in Bensheim. In der größten Stadt des Kreises sind derzeit die Heinrich-Metzendorf-Schule sowie zwei Pflegeeinrichtungen betroffen. Weitere Neuinfektionen gab es unter anderem in Zwingenberg und Lindenfels (jeweils 3) sowie Heppenheim (2). Aus Lorsch, Einhausen und Lautertal wurde jeweils ein Fall gemeldet.

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Die Zahl der Todesopfer im Kreis Bergstraße erhöht sich auf 218. Gestern gab es drei weitere Todesfälle, die in Zusammenhang mit dem Corona-Virus stehen. Es handelt sich nach Auskunft des Kreises um eine 89-jährige Person aus Lindenfels, eine 82-jährige Person aus Bensheim und eine 82-jährige Person aus Bürstadt.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 35 Betten belegt – davon neun mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; zwei von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

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Der Sieben-Tage-Wert lag im Kreis Bergstraße am Donnerstag bei 127. Am Freitag wird die Inzidenz knapp unter 120 liegen – die Tendenz ist somit rückläufig. Allerdings liegt die Bergstraße damit sowohl über dem hessischen Schnitt (100 am Donnerstag) als auch über dem Bundesschnitt (98).

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Trotz Rückgangs der Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen auf weitere harte Wochen angesichts des knappen Corona-Impfstoffs eingestimmt. Ein Bund-Länder-Treffen zur Lage und zum Vorgehen beim Thema Impfen ist nun für kommenden Montag geplant. „Die Bundeskanzlerin und die Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz haben sich darauf verständigt, am 1. Februar um 14 Uhr zu einem Impfgespräch zusammenzukommen“, teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag mit.

Weil es bei den Impfstofflieferungen seit Wochen ruckelt und Hersteller wiederholt geringere Mengen in Aussicht stellten, als zunächst geplant, hatten mehrere SPD-Politiker einen Impfgipfel gefordert. Auch Spahn hatte sich am Donnerstag offen dafür gezeigt. „Denn wir gehen bei der Knappheit des Impfstoffes noch durch mindestens zehn harte Wochen“, teilte der Gesundheitsminister mit. „Die sollten wir mit gemeinsamem Arbeiten in der Sache verbringen.“ In zehn Wochen, also im April, ist Ostern. An der Videokonferenz am Montag sollen neben Mitgliedern der Bundesregierung und den Spitzen der Länder auch Vertreter der Impfstoffhersteller teilnehmen. kbw/red/dpa