Pandemie - Zahl der Neuinfektionen geht zurück / Wieder Sonder-Impfaktion in Speyer geplant

Corona-Lage entspannt sich immer weiter

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dpa/sin
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Berlin/Speyer. In Deutschland geht die Zahl der gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter deutlich zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8), das ist der niedrigste Wert seit acht Monaten. Die gute Entwicklung könnte an den wärmeren Temperaturen, dem wachsenden Immunschutz in der Bevölkerung vor allem durch Impfungen sowie an Schnelltests bei Schule, Arbeit und Freizeit liegen. Ein Risikofaktor bleiben Virus-Mutanten wie die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante. Bislang ist hierzulande aber keine starke Zunahme zu sehen.

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Bis auf wenige Ausnahmen lag die Inzidenz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unter der prägnanten Schwelle von 50 – nur etwas mehr als 10 lagen darüber. Auf Bundeslandebene liegen alle Länder unter einer Inzidenz von 25 – außer Baden-Württemberg. Für den Südwesten gab das RKI den Wert mit 26,9 an. Die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen geht weiter zurück. Zuletzt gab die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sie mit deutlich unter 2000 an. Ende April waren es noch mehr als 5000. In Deutschland sind inzwischen 46,5 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach RKI-Angaben vom Mittwoch haben 38,6 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,9 Millionen Menschen (22,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 56,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Drosten: Zweite Spritze wichtig

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 50,4 Prozent. Sachsen liegt mit 41,5 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch mit die wenigsten Impfdosen erhalten.

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Man müsse nun aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte Christian Drosten, Leiter der Virologie der Berliner Charité, am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“ Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“. Dies werde hoffentlich bis Ende August, Mitte September erreicht werden. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst wichtig die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten.

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Mit mehr Impfstoff und einem besseren Verkehrskonzept wird in Speyer am 20. Juni die zweite große Corona-Impfaktion organisiert. Allerdings bekommen dieses Mal nur Menschen eine Injektion, die ihren Wohnsitz in Speyer oder den umliegenden Gemeinden aus dem Rhein-Pfalz-Kreis haben. Die Impflinge sollen während der gesamten Aktion in ihrem Wagen sitzen bleiben und rollen, wie bei einem Schnellrestaurant, durch die einzelnen Stationen. Verabreicht wird das Vakzin von Johnson & Johnson, von dem nur eine Spritze nötig ist.

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  • Bergstraße Wochenende ohne neuen Fälle

    Im Kreis Bergstraße sind am Sonntag den zweiten Tag in Folge keine neuen Corona-Fälle gemeldet worden, wie Landrat Christian Engelhardt am Abend mitteilte. Auch weitere Todesfälle wurden nicht bekannt. Insgesamt sind bisher 11 076 Infektionen festgestellt worden. Vier Patienten mit einer bestätigten Infektion liegen in den Kliniken. Zur aktuellen Gesamtzahl der Infizierten und zu den von Corona-Fällen betroffenen Einrichtungen machte der Landrat keine Angaben. Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) hat für Sonntag eine Inzidenz von 4,4 für den Kreis Bergstraße ermittelt. Am Montag wird dieser Wert weiter leicht sinken. Am Samstag hatte die Inzidenz für den Kreis noch 5,2 betragen. Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 31 Betten belegt. An Covid-19 erkrankte Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, gibt es derzeit nicht . {element} In Hessen ist die Corona-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut am Sonntag landesweit auf 10,0 gesunken. Am Samstag hatte der Wert bei 11,4 gelegen. 67 Neuinfektionen wurden bis Sonntagmorgen registriert. Vier weitere Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten im Bundesland auf 7468. {furtherread} Der Berliner Virologe Christian Drosten und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben eindringlich vor der Delta-Variante des Corona-Virus und einer möglichen vierten Welle gewarnt. „Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante“, sagte Drosten auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen.“ Söder warnte, die zuerst in Indien bekanntgewordene Variante werde in drei bis vier Wochen in Deutschland dominierend sein. Das RKI geht davon aus, dass Infektionen mit der Delta-Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen könnten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll. Mehrere Feiern eskaliert In mehreren Städten ist es am Wochenende wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Feiernden gekommen. In Freiburg versammelten bis zu 1000 Menschen. Beamte seien mit Flaschen beworfen und verletzt worden. Auch in Karlsruhe, Augsburg und Hamburg kam es zu Angriffen auf Polizisten, als diese Feiern in Parks und auf Plätzen auflösen wollen. tm/red/dpa

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  • Thema des Tages Sorge vor der Delta-Variante

    Trotz der entspannten Corona-Lage in Deutschland haben Wissenschaftler, Ärzte und Politiker für Vorsicht in der Pandemie geworben. Durch die ansteckendere Variante Delta könne sich das Virus wieder verbreiten, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Freitag. Diese Entwicklung könne vor allem Ungeimpfte und erst einmal Geimpfte treffen. „Das dürfen wir einfach nicht riskieren.“ Auch bei niedrigen Inzidenzen sei deshalb ein behutsames Öffnen in kleinen Schritten nötig. Durch Impfungen, Masketragen in Innenräumen und Abstandhalten könnten wiedergewonnene Freiheiten erhalten bleiben. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warb für Vorsicht, vor allem in der Reisezeit. „Das kann ein guter Sommer werden“, sagte der CDU-Politiker. Es gebe Anlass zur Zuversicht. Aber vor allem, wenn alle aufmerksam blieben. Lockerungen sollten bei steigenden Sieben-Tage-Inzidenzen deshalb regional wieder zurückgenommen werden. Und zwar nicht erst bei einem Wert von 50, betonte Spahn, „sondern früher“. Impfen schreitet voran {element} Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in Deutschland binnen sieben Tagen nach den jüngsten RKI-Zahlen weiter gesunken – auf aktuell 10,3. Zu den Erfolgen in der Pandemiebekämpfung rechnet Spahn auch die Fortschritte beim Impfen. Jeder zweite Bürger in Deutschland habe mindestens eine Spritze bekommen, fast ein Drittel (29,6 Prozent) seien vollständig geimpft. {furtherread} „Das Virus ist nicht verschwunden. Lassen Sie uns die Erfolge nicht leichtfertig verspielen“, sagte Wieler. „Lassen Sie uns auch die wiedergewonnene Freiheit erhalten, indem sich immer mehr Menschen vollständig impfen lassen.“ Noch kursiere die Delta-Variante auf niedrigem Niveau (rund sechs Prozent) in Deutschland. Es sei jedoch nicht die Frage, ob Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann, ergänzte er. Im Herbst werde es wieder zu mehr Neuinfektionen kommen, sagte Wieler. Und im Moment sei die Hälfte der deutschen Bevölkerung noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt. Dafür müsste es 80 Prozent vollständig immunisierte Bundesbürger geben. In Mannheim sind bis Donnerstagabend 220 869 Impfungen durchgeführt worden. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um 134 665 Erst- und um 86 204 Zweitimpfungen, die im Impfzentrum und von den mobilen Impfteams verabreicht wurden. Dem Gesundheitsamt wurden am Freitag (bis 16 Uhr) sieben neue Fälle einer nachgewiesenen Corona-Infektion gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt – auf Basis der von der Stadt gemeldeten Zahlen – bei 14,5. Am vergangenen Freitag lag sie noch bei 20,9. cs/dpa

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