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Hochwasser-Katastrophe - Insgesamt 400 Millionen Euro fließen in die betroffenen Gebiete / Hoffnung der Retter, Überlebende zu finden, schwindet

Bund bringt Soforthilfe auf den Weg

Von 
dpa/kur
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Berlin/Groß-Rohrheim. Die Bundesregierung hat eine Woche nach dem Beginn der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands konkrete Hilfen und Konsequenzen beschlossen. Unterdessen schwinden in den betroffenen Gebieten die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden. Dutzende Menschen werden noch immer vermisst.

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Der Bund will schnell helfen und beschloss am Mittwoch eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro. Mittel in derselben Höhe sollen die betroffenen Länder beisteuern, so dass insgesamt bis zu 400 Millionen Euro bereitstehen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) machte deutlich, der Bund werde bei Bedarf auch mehr Geld zur Verfügung stellen. Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Der Aufbau werde Jahre in Anspruch nehmen, sagte Scholz. Über die genaue Höhe des Fonds soll erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist. Mit dem Wiederaufbau solle sofort begonnen werden.

Seehofer versprach nach der Sitzung des Bundeskabinetts eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Katastrophenschutz. Zudem stellte er in Aussicht, dass die Bevölkerung bei Hochwasser und anderen Gefahren künftig auch per SMS gewarnt werden soll.

In den Katastrophengebieten schwinden derweil die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden. „Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller“, sagte die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten.“ Nach bisherigen Erkenntnissen kamen mindestens 170 Menschen ums Leben. Noch immer wurden Menschen vermisst – 155 von ihnen im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

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Nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheinland-Pfalz rückt nun auch die psychologische Betreuung in den Vordergrund. Es gebe ein großes Bedürfnis der Menschen, über das erfahrene Leid zu sprechen, sagte Helfer Dietmar Breininger aus Ludwigshafen. „Vor Ort treffen wir auf Menschen, die alles verloren haben.“ Die Kräfte begleiten auch Menschen zur Identifizierung von Angehörigen und zeigen Möglichkeiten zum Abschiednehmen auf. Unterdessen hat Carolin Reinwarth aus Groß-Rohrheim (Südhessen) mit Unterstützung des Roten Kreuzes einen Hilfstransport organisiert. Sie sammelte im Kreis Bergstraße zahlreiche Sachspenden. Ein 14-Tonner und ein Sprinter brachten die wertvolle Fracht nach Köln, wo sie nun vom DRK verteilt wird.

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