Sexueller Missbrauch - Forscher aus Mannheim kritisiert Kirche Bischöfe noch zu mächtig

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sal
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Mannheim. Als „ungenügend und ungeschickt“ bewertet der Mannheimer Wissenschaftler Professor Harald Dreßing (63) die Bemühungen um die Aufklärung sexuellen Missbrauchs innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland. Der Forensiker hatte im Jahr 2018 die sogenannte MHG-Studie vorgelegt, die klar machte, dass sexueller Missbrauch in nicht wenigen Pfarr- und Gotteshäusern der Republik seit 1946 quasi strukturell verankert war. Über die Ergebnisse wurde weltweit berichtet.

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Angesichts der jüngsten Veröffentlichungen zu den Vorgängen in den Bistümern Speyer und Köln fordert Dreßing, dass der Staat sich mehr an der Aufklärungsarbeit beteiligen müsse. Der Leiter der forensischen Psychiatrie am Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI) hält es für sehr problematisch, dass es bisher niemanden in der Kirche gegeben hat, der Verantwortung übernommen habe. Es gebe schließlich Leute, die Missbrauch vertuscht haben. Bei der personellen Besetzung der Aufarbeitungskommissionen hätten immer noch die Bischöfe das Sagen. sal