Pandemie - Kritik an den Einreiseregelungen der Bundesregierung / Autoindustrie in Sorge Berlin macht für Pendler eine Ausnahme

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Berlin/Mannheim. Wenige Stunden nach Inkrafttreten sind die schärferen Einreiseregelungen an den Grenzen zu Tschechien und Österreich am Sonntag bereits gelockert worden. Berufspendler mit wichtigen Aufgaben in systemrelevanten Branchen dürften nun doch nach Deutschland einreisen, teilte das Bundesinnenministerium mit. „Wir gehen pragmatisch vor, wo immer das möglich ist“, betonte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

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Die Autoindustrie befürchtet, dass am Montag einige Werke stillstehen könnten. „Die Werke in Ingolstadt, Regensburg, Dingolfing, Zwickau und Leipzig sind als erste betroffen“, teilte ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am Sonntag in Berlin mit. Beim Volkswagen-Konzern hieß es dagegen am Sonntag, es gebe noch keine Engpässe wegen fehlender Teile aus dem Lkw-Grenzverkehr, auch nicht im VW-Werk Sachsen und im Porsche-Werk Leipzig. Auch bei Daimler hieß es am Sonntag, es würden keine Beeinträchtigungen erwartet, von Werksschließungen könne keine Rede sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Österreich. „Wir müssen unseren Landkreisen in der Grenzregion die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen“, sagte Spahn der „Süddeutschen Zeitung“.

Autokorso in der Innenstadt

Mit einem Autokorso durch die Stadt protestierten am Samstag Corona-Kritiker in Mannheim gegen die Maßnahmen der Regierung. 145 Fahrzeuge nahmen an der Demonstration teil, die ohne Zwischenfälle verlief. Die Fahrerinnen und Fahrer durften sich mit Plakaten, Megafonen und Musik bemerkbar machen, Hupen war allerdings verboten. Der Autokorso sollte bereits am Wochenende davor stattfinden, doch wurde er da von der Polizei aufgelöst. Die E-Mail mit der Anmeldung der Aktion bei der Stadt Mannheim war durch einen Automatismus versehentlich in den Papierkorb eines E-Mail-Eingangs verschoben worden.

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Unterdessen bereiten sich die Mannheimer Friseurbetriebe auf die Wiedereröffnung ab 1. März vor – und viele Menschen bemühen sich bereits um Termine. Dadurch sind bei manchem Studio schon jetzt die ersten März-Wochen komplett ausgebucht.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hofft unterdessen, dass Corona-Schnelltests für zu Hause noch im März dieses Jahres eine Zulassung erhalten könnten.

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Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) werden sich mutierte Viren auch in Deutschland nach und nach ausbreiten, man versuche, dies aber zu verlangsamen. Seit wenigen Wochen sinken die Infektionszahlen hierzulande. So ging der Wert der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) laut RKI bis Sonntag bundesweit auf rund 57 zurück. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg lag die Inzidenz unter 50. Zwischen verschiedenen Landkreisen gibt es jedoch noch immer drastische Unterschiede. lok/see/dpa

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Veröffentlicht
Von
Michael Backfisch, Julia Emmrich
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