Schließung - 180 Mitarbeiter werden bis 2022 gekündigt Aldi macht in Ketsch die Logistik zu

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jüg
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Ketsch. Eine moderne und effiziente Logistik ist die Grundlage für den Erfolg von Aldi Süd. Durch ein in den letzten Jahren in Breite und Tiefe stark verändertes Sortiment sind auch die unternehmerischen Anforderungen an die Regionalgesellschaften und die Komplexität der Logistik gestiegen. Um auch in Zukunft die zuverlässige Versorgung sicherzustellen, wird Aldi das logistische Netzwerk optimieren. Dem fällt die Regionalgesellschaft in Ketsch zum Opfer. Dort sollen Verwaltung und Logistikzentrum geschlossen werden. Rund 180 Mitarbeiter sind davon betroffen. Sie sollen alle gekündigt werden, das wurde ihnen gestern mitgeteilt. Aldi biete ihnen Hilfe bei der Vermittlung von Stellen in anderen Bereichen an, hieß es in einem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt. Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage diesen Beschluss, der in zwei Schritten im April und Juni 2022 vollzogen werden soll. Die Märkte in der Rhein-Neckar-Region sollen dann von anderen Lagern aus beliefert werden.

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Benjamin Jungbluth
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Für die Gemeinde Ketsch ist das ein Schock, liegt doch künftig damit ein zweiter großer Logistikbereich im Gewerbegebiet erst einmal brach, von der Einbuße der Arbeitsplätze und etwaiger Steuereinnahmen mal ganz zu schweigen.

Standort hat Nachteile

Der Schritt zur geplanten Einstellung der Regionalgesellschaft Ketsch sei im Vorfeld intensiv geprüft worden, sagt Nastaran Amirhaji, Pressesprecherin bei Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr. Dabei hätten die Warenversorgung, die individuelle Situation vor Ort sowie die Gesamtaufstellung in der Region im Fokus gestanden. Ketsch sei die älteste bestehende Regionalgesellschaft von Aldi Süd. Um die Gesellschaft zukunftsfähig weiter zu betreiben, wäre eine Erweiterung nötig gewesen, die aufgrund der angrenzenden Hochspannungsleitungen und Wohngebiete nahezu unmöglich gewesen wäre, heißt es weiter. Hinzu komme eine Reihe von baulichen Gegebenheiten. Im Hinblick auf die langfristige Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe sei es daher sinnvoller, den Betrieb zum 30. April 2022 einzustellen, so die Pressesprecherin.

Dies betrifft nach Informationen unserer Zeitung nicht die ebenfalls in Ketsch angesiedelte Kaffeerösterei und natürlich auch keine der Verkaufsfilialen in der Region. „Alle Filialen werden von den umliegenden Gesellschaften übernommen und weiterbetrieben“, heißt es. Auch für die Kunden ergeben sich laut Unternehmen keine Veränderungen.

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Aldi Süd gibt zudem an, sich seiner Verantwortung als Arbeitgeber bewusst zu sein und strebe an, allen 180 betroffenen Mitarbeitern in der Logistik und der Verwaltung Möglichkeiten einer anderen Weiterbeschäftigung im Unternehmen anbieten zu wollen. jüg

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