Corona - Der Anmeldevorgang in Hessen soll besser laufen als in der ersten Runde / Ministerpräsident kündigt Stufenplan an Ab heute wieder Impftermine

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red/dpa
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Wiesbaden. Ab dem heutigen Mittwoch sind in Hessen wieder Termine für die Corona-Schutzimpfung zu vergeben. Geimpft wird ab dem 9. Februar in den hessenweit 28 Impfzentren der kreisfreien Städte und der Landkreise, darunter das in Bensheim. Die Terminvergabe ist nicht limitiert: Alle, die der höchsten Priorisierungsgruppe angehören (vor allem Senioren ab 80 Jahre), können einen Termin für die nötige Erst- und Zweitimpfung gegen das Corona-Virus vereinbaren. Die Impfung erhalten sie dann in dem Impfzentrum, das für ihre Gebietskörperschaft zuständig ist.

Verstärktes Auftreten der britischen Corona-Mutante im Kreis Bergstraße

Im Kreis Bergstraße sind nach vier bereits vorliegenden Funden der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 drei weitere Fälle bekannt geworden. So sind nach Angaben der Pressestelle des Kreises am Dienstag im Kreiskrankenhaus in Heppenheim zwei Fälle mit der britischen Virus-Mutation festgestellt worden. Eine strenge Isolierung werde durch die Klinik sichergestellt. Zum Schutz von Patienten und Personal, und um eine Vermischung der Virusvariantenmiteinander zu vermeiden, seien zudem die Schutzmaßnahmen verstärkt worden. Das Kreiskrankenhaus stehe in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt.

Im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim sei ebenfalls ein Fall der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die entsprechenden Kontaktpersonen stehen nach Angaben des Kreises ebenso wie die infizierte Person selbst bereits unter Quarantäne. Die Schule bleibe bis auf Weiteres geschlossen. Schulleitung, Staatliches Schulamt und Gesundheitsamt stünden in engem Austausch. Auch hier sei zeitnah eine erweiterte Reihentestung vorgesehen. Aufgrund der aktuellen Häufung von Meldungen der britischen Virus-Mutation im Kreis Bergstraße seien mit dem Hessischen Sozialministerium die Maßnahmen und das weitere Vorgehen abgestimmt worden.

Zudem habe die erweiterte Reihentestung, die nach dem Fund der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 in Gorxheimertal veranlasst wurde, zehn weitere positive Befunde ergeben. Eine Sequenzierung des Corona-Virus in den entsprechenden Fällen durch das beauftragte Labor laufe derzeit noch.

Vermeldet wurden vom Kreis am Dienstag zudem sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, darunter eine 79-jährige Person und drei 77-jährige Personen aus Bensheim sowie eine 79-jährige Person aus Einhausen.

Nachdem am Montag – wie berichtet – keine aktuellen Infektionszahlen übermittelt werden konnten, wurde die Zahl der neuen nachgewiesenen Fälle im Kreis für Montag und Dienstag gestern mit insgesamt 126 angegeben. Die Fälle stammen u. a. aus Bensheim (11), Einhausen (4), Heppenheim (8), Lautertal (2), Lindenfels (3), Lorsch (3) und Zwingenberg (2). Der Inzidenzwert des Kreises betrug offiziell 106,96.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 35 Betten belegt – davon sechs mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; drei von ihnen müssen invasiv beatmet werden. hol/red

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Nach derzeitigem Stand könnten die Erstimpfungen dieser Gruppe innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Wochen erfolgen. Für die Impfberechtigten bedeutet dies, dass es nicht so sehr darauf ankommt, möglichst schnell einen Termin zu vereinbaren. Sollten die Leitungen anfangs besetzt sein, bekommen Berechtigte auch später noch einen Termin.

Das Online-Portal zur Anmeldung und die telefonische Terminvereinbarung sind nach Angaben des Innenministeriums optimiert worden. Demnächst wird es auch möglich sein, für Paare einen gemeinsamen Termin zu vereinbaren. In den Impfzentren werden Impfstoffe der Firma Biontech zur Verwendung kommen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Erarbeitung eines Stufenplanes angekündigt, der mögliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen beschreibt. Dabei werde es in einer ersten Stufe bei einer Sieben-Tage-Inzidenz mit signifikanter und stabiler Annäherung Richtung 50 die ersten Erleichterungen und Öffnungen geben. Sei die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50, komme die nächste Stufe. Bei einer gesicherten Sieben-Tage-Inzidenz unter 20 erfolge dann eine weitere Stufe. Die Stufen umfassten Regelungen zu den Kontaktbeschränkungen, zur Öffnung der Geschäfte, der körpernahen Dienstleistungen sowie zu Veranstaltungen, Sport, Kultur und der Gastronomie und Hotellerie. Ein solcher Plan werde allerdings erst nach den Beratungen der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung beschlossen, betonte Bouffier.

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Wenn es das pandemische Geschehen zulässt, sei in Hessen nach dem 14. Februar geplant, in den Grundschulen in den Wechselunterricht zu gehen, sagte der Regierungschef. Bei den Klassen ab Stufe 7 soll der Distanzunterricht bis zu den Osterferien fortgesetzt und die Abschlussklassen weiterhin in Präsenz unterrichtet werden. red/dpa