Weinheim - Fridays for Future geht am kommenden Freitag weiter, dieses Mal nur digital / Aufgerufen sind alle, die sich für den Klimaschutz einsetzen „Wir protestieren lautstark weiter“

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wn
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Demonstrationen wir diese (das Bild stammt aus dem September 2019) wird es diesen Freitag in Weinheim nicht geben. Stattdessen setzt die Fridays-for-Future-Gruppe auf einen digitalen Streik im Netz. © Thomas Rittelmann

Das Coronavirus hat Weinheim fest im Griff und schränkt, verständlicherweise, auch hier die Versammlungsfreiheit ein. Fridays und Parents for Future lassen sich davon aber nicht aufhalten: „Nur weil die Corona-Krise so akut ist, macht die Klimakrise keine Pause. Wir haben einen Winter erlebt, der eher ein überlanger Herbst war, und auch jetzt macht sich die Trockenheit nicht nur bei den Landwirten und Landwirtinnen bemerkbar“, heißt es in einer Pressemitteilung der Fridays-for-Future-Gruppe Weinheim.

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Um die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren, um Menschen zu schützen und die Gesundheitssysteme zu entlasten, sind alle gefragt, Verantwortung zu übernehmen. „Auch wir als Fridays for Future wollen dem gerecht werden. Wir wissen, dass insbesondere ältere Menschen durch das Coronavirus gefährdet sind, und möchten auch diese explizit schützen. Daher werden wir vor allem digital streiken. Das tun wir schweren Herzens, nachdem viele hundert Aktivisten über Monate hinweg die Streiks organisiert haben“, heißt es dazu von Bundesebene.

Der Coronakrise müsse ebenso wie der Klimakrise in aller Handlungsbereitschaft und mit dem notwendigen politischen Willen begegnet werden. „Weiterhin bedroht die Klimakrise unsere Zukunft. Deswegen protestieren wir lautstark weiter – ohne Menschenmassen; stattdessen digital und im Netz.“ Weinheim ist mit dabei, und zwar am kommenden Freitag, 24. April. Zumal es einige Parallelen zwischen den Krisen gibt, auf die die Weinheimer Akteure in ihrer Pressemitteilung aufmerksam machen.

„Es gibt Kapazitätsgrenzen“

Der viel zitierte Spruch „flatten the curve“ (zu Deutsch „die Kurve abflache“„ gelte nicht nur für das Gesundheitssystem in der Viruskrise, sondern auch für den CO2-Ausstoß. „Es gibt Kapazitätsgrenzen der Erde, die bei einem zu starken Ressourcenverbrauch überschritten werden“, stellen die Aktivisten fest. Das könne man durch einen schonenden Verbrauch und, perspektivisch, durch Klimaneutralität verhindern. Außerdem treffe die Virus- wie auch die Klimakrise jeweils die sozial am schlechtesten Gestellten. Vor allem der globale Süden sei von den Auswirkungen betroffen und hätte kaum Möglichkeiten, die Folgen der Krisen abzuwehren. Dazu komme, dass es seinerzeit nach der Finanzkrise einen Anstieg der CO2-Emissionen gab, der auf den günstigen Ölpreis zurückzuführen war. Das befürchten Klimaforscher jetzt auch, denn gerade jetzt ist die Tonne Kohlenstoffdioxid (CO2) im Emissionshandel extrem billig.

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Abseits aller negativen Tendenzen für das Weltklima gebe es aber auch erfreuliche Nachrichten. Der Verzicht auf große Online-Händler und das Unterstützen lokaler Einzelhändler sei eine positive Auswirkung der Corona-Einschränkungen. Außerdem sei eine zunehmende Akzeptanz von Videokonferenzen bemerkbar, die vielleicht auch in Zukunft zu weniger Flugreisen und einer Reduktion der CO2-Werte führe.

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Studierenden von Fridays for Future planen daher für den 24. April einen Netzstreik statt einer offiziellen Demonstration. Alle Menschen, egal welchen Alters, sind dazu aufgerufen, digital „laut“ zu werden. Statements, Fotos oder eigens von den Akteuren bereitgestellte „SharePics“ können auf WhatsApp, Facebook oder Instagram geteilt werden. Um den Weinheimer Protest sichtbar zu machen, gibt es zusätzlich den Hashtag #NetzstreikWeinheim, der für den Protest in der Stadt genutzt werden soll. Und es geht auch analog: Schilder basteln und sie an Briefkästen oder am Fenster aufhängen – Hauptsache, der Protest ist nach außen sichtbar.

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Auf diese Art könne man viele Menschen auf die Klimakrise aufmerksam machen und einen Appell an die Politik senden, sind sich die Weinheimer Aktivisten sicher, die bei ihrem Protest von Parents for Future unterstützt werden. wn

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Info: Weitere Infos unter: fridaysforfuture.de