Weinheim - Gemeinderat votiert bei einer Gegenstimme für das Vorhaben / Großveranstaltung am liebsten 2025 oder 2026 Stadt bewirbt sich um „Heimattage“

Von 
pro
Lesedauer: 
2018 machte Weinheim mit dem Landesturnfest auf sich aufmerksam. Jetzt möchte die Stadt die Heimattage Baden-Württemberg ausrichten. © reimer

Der Gemeinderat hat sich bei einer Gegenstimme aus den Reihen der SPD dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt Weinheim um die Ausrichtung der „Heimattage Baden-Württemberg“ bewirbt. Ausgeschrieben ist die jährlich stattfindende Großveranstaltung derzeit für die Jahre 2023 bis 2026. Oberbürgermeister Manuel Just wäre es am liebsten, wenn Weinheim 2025 oder 2026 zum Zuge käme.

AdUnit urban-intext1

Einmal pro Jahrzehnt stünde es Weinheim gut zu Gesicht, überregional auf sich aufmerksam zu machen, meinte Just. Die Heimattage hätten zudem ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis. 200 000 Euro müsste die Stadt bereitstellen, 200 000 Euro kämen vom Land, weitere 200 000 Euro wolle man über Sponsoren hereinholen. Diesen Beträgen stünden positive Effekte für Einzelhandel und Gastronomie gegenüber, die sich bei Tagesbesuchern pro Kopf auf durchschnittlich 26 Euro belaufen würden, bei Übernachtungsgästen auf durchschnittlich 78 bis 150 Euro pro Tag. Hinzu komme der Werbeeffekt für Weinheim als touristisches Ziel durch die überregionale Berichterstattung.

Frieda Fiedler (Grüne/Alternative Liste, GAL) verband mit der Zustimmung ihrer Fraktion den Wunsch, dass sich Weinheim mit innovativen Projekten sowie einem modernen und weltoffenen Heimatbegriff präsentiert, der alle Menschen einbezieht, für die Weinheim zur Heimat geworden ist. Deshalb sollte die Initiative „Weinheim bleibt bunt“ eine wichtige Rolle bei der Erarbeitung des Konzeptes spielen. Dieses sollte noch vor Abgabe der Bewerbung im Kulturausschuss vorgestellt und diskutiert werden. Ähnlich äußerte sich Dr. Carsten Labudda (Linke). Karl Bär (FDP) regte an, auch die Heimatvereine aus den Partnerstädten dazu einzuladen, um den internationalen Charakter zu unterstreichen.

Doris Falter (Freie Wähler) und Constantin Görtz (SPD) sahen in der Ausrichtung der Heimattage eine gute Chance für Weinheim, sich nach außen zu präsentieren, aber auch für die eigene Bevölkerung einen Höhepunkt im Veranstaltungskalender zu schaffen. Auch Günter Deckert (Deutsche Liste) stimmte für eine Bewerbung; allerdings sollte man sich seiner Meinung nach gut überlegen, ob man aus den Heimattagen ein „Multi-Kulti-Hollywood-Spektakel“ machen wolle.

AdUnit urban-intext2

Lediglich Rudolf Large (SPD) stimmte gegen eine Bewerbung. Das eher traditionelle Leitbild der Heimattage passe nicht zu Weinheim. Dem widersprach Uli Sckerl, GAL-Stadtrat und Landtagsabgeordneter der Grünen. Das Konzept des Landes sei sehr wohl „modern, lebensfroh und tolerant“. pro