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Blütenkönigin - Gina Steinbrenner wird heute gekrönt – Mutter und Tante hatten das Amt ebenfalls schon inne

Eine Hoheit mit royalem Gen

Von 
Dirk Rosenberger
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Gina Steinbrenner wird am heutigen Donnerstag zur neuen Bensheimer Blütenkönigin gekrönt. Im Rahmenprogramm der Bürgerfest-Eröffnung erhält sie ihre Krone. © Thomas Neu

Bensheim. In Königshäusern dreht sich einiges um die Thronfolge. Ohne würdige Erben kann es für die Monarchinnen und Monarchen ganz schnell schwierig werden. Es sei denn, man residiert mit einem Dauer-Abo im Buckingham Palace.

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Bei ehrenamtlichen Hoheiten scheint es ebenfalls ein königliches Gen zu geben, das man weitervererben kann. So sieht es zumindest in diesem Jahr bei der Bensheimer Blütenkönigin aus. Gina Steinbrenner erhält am heutigen Donnerstag, 9. Juni, um 18 Uhr im Zuge der Bürgerfest-Eröffnung am Storchennest die Krone – und tritt (mit einigen Jahren Abstand) in die Fußstapfen ihrer Mutter Tatjana und ihrer Tante Katjuscha.

„Das Amt der Blütenkönigin ist eine schöne Tradition, die man am Leben halten sollte“, erklärt die 21-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion. Es sei schade, dass es in ihrer Generation ein wenig untergeht. Ernannt werden die jungen Damen seit 1948 vom Automobilclub Bensheim, der in der jüngeren Vergangenheit nicht immer die Qual der Wahl hatte. Sprich: Es mangelte an Kandidatinnen.

Gina Steinbrenner rannte deshalb mit ihrer Bewerbung vor zwei Jahren offene Türen ein. Durch die Corona-Pandemie samt Lockdown und dem Aus für nahezu alle Großveranstaltungen „machte es damals wenig Sinn, eine neue Königin zu krönen“, betont die Bensheimerin. Offiziell ist daher seit 2019 Josefine Queißer in Amt und Würden.

Im April fragte Gina beim AC nach, dort war man erfreut über das nach wie vor bestehende Interesse. Schließlich soll nicht irgendjemand gekrönt werden, es muss schon passen. Und bei der nun Auserwählten ist dies definitiv der Fall – und das nicht nur wegen Mutter und Tante. „Ich bin in Bensheim fest verwurzelt, in Vereinen aktiv gewesen, habe jahrelang in der Tanzfabrik getanzt, Kurse dort gegeben und war zuvor im Ballettstudio Leonor“, gibt Gina Steinbrenner einen kleinen Einblick in ihre Freizeit-Vita.

Alles nicht von Nachteil, wenn man die Heimatstadt öffentlich repräsentieren mag, zumal sie über eine gewisse Vorerfahrung mit solchen „Jobs“ verfügt. Als Kind fuhr sie beim Winzerfestumzug im Gefolge der jeweiligen Blütenkönigin als Prinzessin mit, auch bei der Einweihung des Eisbaums zum Weihnachtsmarkt war sie als kleine Begleiterin der amtierenden Hoheit dabei.

Erfahrungen als Christkind

Außerdem spielte sie beim Weihnachtsmarkt jahrelang das Christkind. „Als kleines Mädchen war das toll. Das hat mich fasziniert, noch dazu, weil ich schöne Kleider tragen konnte.“ An der Faszination hat sich bis heute nichts geändert, am Blickwinkel schon. „Das Amt ist mehr als nur schöne Kleider und eine Krone. Es ist eine Plattform für junge Frauen, ich kann Bensheim von einer anderen Seite kennenlernen und die Stadt als Botschafterin repräsentieren. Es ist für mich eine Ehre“, freut sie sich auf die nächsten zwölf abwechslungsreichen Monate.

Eine Abwechslung übrigens, auf die sie und ihre Generation wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren verzichten musste. „Es ging ja nichts, alles lag auf Eis. Da hatten wir schon das Gefühl, einiges zu verpassen.“ Zum Glück könne jetzt ein bisschen was nachgeholt werden, Feste und Partys werden wieder gefeiert. „Jetzt ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um Blütenkönigin zu werden“, ist sich Gina Steinbrenner ihres Amtes sicher.

Ihr Kleid für die Zeremonie hat sie schon rausgesucht, bei der Auswahl stand Mutter Tatjana, bekanntlich mit ihrer Schwester Katjuscha Geschäftsführerin des Kaufhauses Ganz, beratend zur Seite. „Wir haben einen guten Kontakt, sie hatte schon Einfluss auf meine Entscheidung“, verrät die Tochter schmunzelnd. Die Vorbereitungen für den großen Tag sind demnach quasi abgeschlossen, die Vorfreude ohnehin riesig. Bleiben zwei Fragen: Wie sieht es eigentlich mit einer Lieblingsblume aus und was macht die designierte Hoheit, wenn sie nicht ihren königlichen Pflichten nachkommt? Um Antworten ist die sympathische und wortgewandte Bensheimerin nicht verlegen. Pfingstrosen haben es ihr in erster Linie angetan, passend zum vergangenen Feiertags-Wochenende. Aber auch „normale“ Rosen und Hortensien stehen bei ihr ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Studium zur Zahnmedizinerin

Und beruflich? Da orientiert sich die 21-Jährige an einem familiären Vorbild. Nach dem Abitur am AKG studiert sie nun in Frankfurt Zahnmedizin. Ihr Vater Harald Steinbrenner ist Zahnarzt mit eigener Praxis in Heppenheim. Sie kenne den Beruf von klein auf, den medizinischen Part habe sie immer interessant gefunden, begründet sie ihre Wahl mit dem Ziel, Zahnärztin zu werden und eines Tages vielleicht die Praxis in der Kreisstadt zu übernehmen.

„Das Studium ist spannend aufgebaut, mit einem großen praktischen, auch handwerklichen Teil, vor allem, wenn es um das Modellieren geht. Das macht Spaß.“ Nachdem sie ein wenig in Studium und Beruf reingeschnuppert hatte, stand für sie fest: „Das will ich machen.“

Heute rückt die Ausbildung aber in den Hintergrund. Nach der Eröffnung des Bürgerfestes erhält Gina Steinbrenner die Krone und schreibt die Königinnen-Geschichte der Familie weiter, 32 Jahre nach ihrer Mutter, die 1990 zur Repräsentantin ihrer Heimatstadt wurde. Tante Katjuscha übernahm das Amt zwei Jahre später, beide unter ihrem Mädchennamen Sturm.

„Es wird eine schöne Zeit“, lässt Tochter Gina keinen Zweifel aufkommen, dass bei ihr Motivation und Engagement stimmen werden und der AC Bensheim eine ausgezeichnete Wahl getroffen hat.

Redaktion

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