Verband: Konflikte um Corona-Schutzmaßnahmen bedrohen Schulfrieden

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dpa/lsw
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Südwest. Gegner der Corona-Politik bedrohen aus Sicht des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) den Schulfrieden. Lehrer müssten sich neben der schwierigen Organisation des Unterrichts und der Corona-Tests auch mit aggressiven Eltern herumschlagen, sagte VBE-Landeschef Gerhard Brand am Dienstag. "Der gesellschaftliche Konflikt um die Corona-Schutzmaßnahmen wird auch an den Schulen ausgehandelt und teilweise gezielt in sie hereingetragen", sagte er.

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"Das Regelungschaos der Politik befeuert diesen Konflikt noch zusätzlich", fügte er hinzu und forderte das Kultusministerium auf, klare Haltung gegen Übergriffe zu zeigen und Betroffenen juristische und psychologische Hilfe anzubieten.

Hintergrund ist eine Befragung des VBE und des Forsa-Instituts. Demnach kennt fast jeder fünfte Lehrer im Südwesten Kollegen, die wegen Corona-Schutzmaßnahmen verbal angegriffen wurden. Laut der Umfrage waren sechs Prozent selbst Opfer solcher Attacken. Nach weiteren Ergebnissen sind 22 Prozent der Befragten Fälle bekannt, in denen Lehrpersonal über das Internet angegriffen wurde; 9 Prozent waren selbst betroffen. Zwei Prozent der Lehrer berichteten von Fällen tätlicher Gewalt gegen Kollegen, weil sie die vorgegebenen Corona-Schutzregeln umsetzen. Unter den 1500 befragten Pädagogen waren 200 aus dem Südwesten.

Vor allem die Eltern machten den Lehrern Probleme - rund 90 Prozent derjenigen, die über unmittelbare Attacken berichteten, gaben an, dass diese von Vätern und Müttern ausgehen. Nur 30 Prozent nannten Schüler als Konfliktverursacher.

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