Corona-Pandemie in Baden-Württemberg

Priorisierung für Astrazeneca in Arztpraxen im Südwesten aufgehoben

Von 
Kai Plösser
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Auf einem Tisch in einer Hausarztpraxis stehen Spritzen neben Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca. © Nicolas Armer

Südwest. Die Priorisierung für den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca in baden-württembergischen Arztpraxen ist vom Land aufgehoben worden. Das teilte das Ministerium für Soziales und Integration mit, das sich aufgrund des Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz vom Donnerstag zu diesem Schritt entschied. „Ich begrüße die Aufhebung der Priorisierung von Astrazeneca, denn viele Arztpraxen berichten von Diskussionen mit ihren Patientinnen und Patienten und Vorbehalten“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag in Stuttgart.

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Die Hausärztinnen und Ärzte entscheiden nun selbst über die Priorisierung. „Schließlich kennen sie ihre Patientinnen und Patienten am besten“, erklärte Lucha weiter, der sich nach eigenen Worten unlängst selbst den Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns verabreichen ließ. Den Abstand zur Zweitimpfung legen die Impflinge innerhalb eines Zeitraums von vier und zwölf Wochen nach der ersten Spritze zusammen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten frei fest.

Die Praxen erwarten nun eine noch stärkere Nachfrage nach einem Impftermin. "Sicherlich wird es dadurch zu einem erhöhten Andrang in den Arztpraxen kommen", sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Er gehe aber gleichfalls davon aus, dass die Arztpraxen auch entlastet werden, weil sie nicht mehr Patientinnen und Patienten nachtelefonieren müssten, um Impfwillige für Astrazeneca zu finden. Der KV-Sprecher bat die Patienten weiter um Geduld. "Die Aufhebung der Impfpriorisierung führt nicht dazu, dass jetzt auch alle schnell geimpft werden. Dadurch stehen nicht mehr Impfstoff und auch nicht mehr Termine zur Verfügung."

Auch das Ministerum bat die Impfwilligen um Geduld: "Die Hausarztpraxen haben derzeit aufgrund der Corona-Impfungen und vermehrten Nachfragen in diesem Zusammenhang mit einem hohen Andrang zu tun", erklärte ein Sprecher. Die Impfstoffmenge in Baden-Württemberg bleibe weiterhin begrenzt.

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Anders als in Arztpraxen gilt in den Impfzentren des Landes nach wie vor eine Priorisierung für alle Impfstoffe. „Mit der Beibehaltung der Priorisierung in den Impfzentren stellen wir sicher, dass im Mai auch weiterhin der Schutz der besonders vulnerablen Personengruppen Vorrang hat", ergänzte Lucha und kündigte an: "Wir werden uns beim Bund auch weiter für mehr Impfstoff einsetzen.“  

Neuer Impf-Tagesrekord im Land

Indes haben  Impfzentren und die mobilen Impfteams des Landes am Donnerstag mit 58.222 verabreichten Impfungen einen neuen Tagesrekord aufgestellt. In den nächsten Tagen sei außerdem damit zu rechnen, dass die Marke von 3,5 Millionen Erstimpfungen im Südwesten geknackt wird. Bis einschließlich Donnerstag haben in den Impfzentren und bei den niedergelassenen Praxen 3.419.328 Menschen eine Erstimpfung erhalten. (mit dpa)

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