Pandemie

Praxen im Südwesten warten noch auf Impfstoff gegen Coronavirus

Von 
dpa
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Manfred Haas (l) wird von seinem Hausarzt Oliver Funken über die Impfung aufgeklärt. In Nordrhein-Westfalen haben die Corona-Schutzimpfungen in Hausarztpraxen bereits begonnen. © dpa

Stuttgart. Die Hausarztpraxen im Südwesten wollen mit dem Impfen gegen das Coronavirus loslegen - allerdings fehlt ihnen noch der dazu nötige Impfstoff. Durch die Osterfeiertage verzögere sich die Auslieferung der bestellten Dosen an die Praxen um ein bis zwei Tage, sagte Sprecher Kai Sonntag von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) am Dienstag. Erst am Mittwoch werde der Impfstoff an die Hausärzte ausgeliefert, erst am Donnerstag rechnet die KVBW mit Impfungen bei den Hausärzten in der Breite. Das sei aber von Anfang an erwartet worden, sagte Sonntag.

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Die Praxen erhielten pro Woche und Arzt aufgrund der noch sehr geringen Liefermengen anfangs 18 Impfdosen. "Das ist natürlich wenig", sagte Sonntag. "Die Arztpraxen könnten viel mehr machen." Er kritisierte, dass der Impfstoff weiterhin bevorzugt an die Impfzentren geliefert werde. Die Praxen bekämen nur, was übrig bleibe - dabei seien sie kostengünstiger und schneller und die Patienten könnten auf die zentrale Terminvergabe verzichten.

Man sei in die Lieferlogistik nicht eingebunden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Apotheken sowie der dazugehörige pharmazeutische Großhandel belieferten die Arztpraxen, die den Impfstoff selbst bestellten.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg begrüßte den hausärztlichen Impfstart. "Die Ärzteschaft befürwortet alles, was dazu führt, dass möglichst viele Personen möglichst früh geimpft werden - insofern ist der Impfstart in den Praxen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

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Unterdessen wollen die Kassenärzte in Baden-Württemberg mit einer Petition erreichen, dass die Corona-Impfkampagne nahezu vollständig in ihre Hände gelegt wird. "Die Bundesregierung und die Landesregierungen werden aufgefordert, sofort die Covid-Impfungen von den Impfzentren auf die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu verlagern", heißt es in der Petition, über die die "Ärzte Zeitung" (Mittwoch) berichtete.

Der Unmut unter den Mitgliedern sei groß, dass sie nur die "Reste" an Impfstoff bekämen, der über die Impfzentren hinaus übrig bleibe, sagte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Norbert Metke, der "Ärzte Zeitung". Nach einer Umfrage unter den KV-Mitgliedern gebe es eine hohe Bereitschaft zur Teilnahme. In der Petition plädiert die KVBW für einen sofortigen Strategiewechsel. "Die zentralen Impfzentren sollen bis auf wenige notwendige Einrichtungen geschlossen und die Impfungen auf die Arztpraxen verlagert werden", heißt es. Zu Beginn sei es richtig gewesen, die Impfungen auf Zentren zu konzentrieren. Doch dieser Ansatz sei jetzt "nicht mehr vermittelbar". Die Impfzentren seien "teuer und erfordern einen riesigen Personalaufwand".

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