Baden-Württemberg Grundschulen und Kitas öffnen: Eindrücke vom ersten "echten" Schultag des Jahres

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dpa
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Symbolbild. © Arno Burgi

Stuttgart. Es ist der erste echte Schultag im neuen Jahr: In Baden-Württemberg sind an diesem Montag zumindest Grundschulen nach dem wochenlangen Corona-Lockdown wieder für den Regelbetrieb geöffnet worden. Allerdings konnten nicht alle 382 000 Grundschüler auf einmal wieder kommen. Stattdessen gibt es einen Wechsel aus Präsenz- und Fernunterricht. Auch Kitas konnten wieder öffnen, Abschlussklassen konnten ebenfalls in den Präsenzunterricht zurückkehren. Das Kultusministerium zeigte sich zufrieden: "Nach unseren bisherigen Eindrücken und Rückmeldungen ist der schrittweise Einstieg an den knapp 2500 Grundschulen im Land weitestgehend reibungslos und ohne nennenswerte Probleme gestartet."

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Beim Wechselunterricht wird eine Hälfte der Klasse aus der Ferne und die anderen Hälfte vor Ort unterrichtet. Auf diese Weise soll es künftig pro Woche wieder mindestens zehn Präsenzstunden geben. Für alle anderen Schüler soll das perspektivisch auch wieder möglich sein - sofern es das Infektionsgeschehen erlaubt. Die Öffnung von Kitas und Grundschulen war in den vergangenen Wochen zweimal verschoben worden, weil sich die Infektionszahlen auch wegen der Mutationen noch nicht so entwickelt hatten wie erhofft.

Nicht ganz so reibungslos begann die Impfkampagne für Erzieherinnen und Lehrer. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) räumte ein, dass es am Morgen Startprobleme gegeben habe. "Die Terminvergabe über die Hotline und die Website funktioniert inzwischen, es gab wohl am frühen Morgen Anlaufschwierigkeiten, die inzwischen behoben wurden", teilte der Minister der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. Die Opposition hatte Lucha zuvor vorgeworfen, er habe mal wieder Erwartungen geweckt, die er nicht erfüllen könne. Am Wochenende hatte Lucha verkündet, Erzieherinnen und Lehrkräfte würden beim Impfen vorgezogen.

Der Minister betonte, zahlreiche Lehrkräfte und Kitabeschäftigte hätten am Montag schon erfolgreich Termine gebucht. "Aber leider können bei der Vielzahl an Anrufen nicht alle sofort in den ersten zwei Stunden zum Zug kommen. Hier muss ich einfach um etwas Geduld bitten." Alle Lehrer und Erzieherinnen erhielten ein Impfangebot, versicherte der Grünen-Politiker. "Dieses Versprechen halten wir, auch wenn heute früh nicht alle auf Anhieb zum Zug gekommen sind."

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In der ersten echten Schulwoche beginnen auch die Massentests für Erzieherinnen und Lehrkräfte. Um trotz der wieder steigenden Kontakte bei Lehrern und Erziehern für Sicherheit zu sorgen, setzt das Kultusministerium vor allem auf freiwillige Antigen-Schnelltests. Jede Lehrkraft, jeder Erzieher und jede Erzieherin soll sich zweimal pro Woche auf eine Corona-Infektion testen lassen können. Die Einrichtungen sollen dazu Berechtigungsscheine ausgeben, mit denen ein Test in der Apotheke oder beim Arzt möglich ist.

Etliche Kommunen nahmen die Corona-Schnelltests für die Mitarbeiter in die eigene Hand, damit die Beschäftigten keine langen Wartezeiten haben. Die bislang in Arztpraxen und Apotheken vorgesehenen Tests seien dort weniger praktikabel als in den Einrichtungen selbst, sagte Städtetagsdezernent Norbert Brugger.

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Die kommunalen Schulträger gehen dabei unterschiedliche Wege. In Karlsruhe etwa besteht neben dem Angebot, sich in Apotheken und Praxen testen zu lassen, auch die Möglichkeit, dies am Arbeitsort vornehmen zu lassen. Auch in Mannheim sollen vom Roten Kreuz geschulte Helfer in den Schulen ab Montag Schnelltests machen. Ludwigsburg arbeitet mit einem externen Partner zusammen, der auch die Koordination und Terminvergabe für die Schnelltests übernimmt.

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Tübingen startete seine Schnelltest-Offensive schon vor zwei Wochen zunächst mit der Schulung von Lehr- und Kitapersonal. Eine Woche später sollen sich Erzieherinnen in Kitas zweimal wöchentlich testen lassen, danach das Schulpersonal. Alternative ist das sogenannte Arztmobil auf dem Tübinger Marktplatz.

Reutlingen hat mit Unterstützung der Feuerwehr ein Testzentrum in der Stadthalle eingerichtet. Zusätzlich schult die Feuerwehr Personal der Schulfördervereine, die in Reutlingen die Schulbetreuung sowie den Mensabetrieb und die Schulsozialarbeit wahrnehmen. Ein Drittel der Vereine hat sich bereits für Schulungen angemeldet.